Die Neue Deutsche Welle ist eine wichtige Entwicklung in der deutschsprachigen Musikwelt. Es handelt sich grob um deutschsprachigen Punk und New Wave, wobei später andere Musikstile hinzukamen. Die deutsche Sprache, die Kurzlebigkeit der Lieder sowie die kantige und schnelle Rhythmik waren charakteristisch für diese Musik. In den Magazinen war Anfang der 80er Jahre plötzlich von der „Neuen Deutschen Welle“ die Rede, aus dem Englischen „New Wave“ abgeleitet.

Neue Deutsche Welle als Untergrundbewegung

Zunächst entstand diese typisch deutsche Musik als Untergrundbewegung Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre. Zu Anfang gehörten Bands wie Mittagspause, der Plan und DAF zu den typischen Vertretern dieser Musik. Damals spielten Synthesizer erstmals eine wichtige Rolle in der Musikproduktion. Die ersten Bands der Neuen Deutschen Welle bedienten sich dieser elektronischen Instrumente. Die Bewegung war in drei großen deutschen Städten verbreitet und zu Hause. Dazu gehörten West-Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Auch im Gebiet Frankfurt am Main, Limburg und Hannover verbreitete sich das Genre. Charakteristisch für die Neue Deutsche Welle war ihre Beziehung zur bildenden Kunst. Künstler veranstalteten vielerorts die Konzerte der Bands der Neuen Deutschen Welle.

Neue Deutsche Welle als Mainstream

Zunächst standen die Labels dieser Musik skeptisch gegenüber. Erst als Bands wie Fehlfarben, Ideal oder DAF mit Marketingkampagnen ein großes Publikum begeistern konnten, wurde die Musikindustrie aufmerksam. Sie begann, zahlreiche deutschsprachige Bands anderer Genres unter dem Label „Neue Deutsche Welle“ zu verkaufen. Viele Musiker erlangten internationale Bekanntheit, darunter Nena, Trio, Falco und Peter Schilling. Die Bands, die dem Underground angehörten waren über die Kommerzialisierung nicht erfreut und beendeten die Bewegung. Auch die Neue Deutsche Welle als Mainstream-Musik in den deutschen Hitparaden überlebte nicht lange. 1983/84 endete ihre Ära endgültig.

Eine positive Auswirkung der Neuen Deutschen Welle war, dass es ab dieser Ära deutschsprachige Musiker auch anderer Genres einfacher hatten, sich zu verkaufen. Dazu gehörten die Ärzte, Herbert Grönemeyer oder die Toten Hosen, die in den darauffolgenden Jahrzehnten große Erfolge erzielten.